Das ABC des Erzgebirges

Der Brauch des Klöppelns im Erzgebirge

Nach dem Niedergang des Bergbaus im 16. Jahrhundert verbreitete sich das das Klöppeln im Erzgebirge. Verbreitet wurde dieses Kunsthandwerk von Barbara Uthmann, die bis heute für die Spitzenkunst aus dem Erzgebirge steht.

Organisiert wurde die Herstellung durch das Verlagssystem. Allerdings verfolgt die Herstellung in der heimischen Stube, sozusagen in Heimarbeit. Mustervorlagen und Garn erhielten die Klöpplerinnen vom Verleger. Der Vertrieb wurde im Anschluss von der Spitzenhandlung übernommen. Hauptsächlich wurde in Sachsen Mechelner und Chantillyspitzen nachgearbeitet. Nur selten wurden eigene Spitzen entwickelt. Die Nacharbeiten wurden dabei vergröbert und fanden demzufolge keinen hohen Absatz auf dem Weltmarkt. Außerdem wurden sie oft unter falschem Namen gehandelt.

Um dieser Tatsache entgegenzuwirken und der erzgebirgischen Spitz mehr Ruhm zu verschaffen, wurde 1877 vom Gewerbelehrer Julius Paufler in Schneeberg die erste königliche-sächsische Spitzenklöppelmusterschule gegründet. Hier wurden in einer dreijährigen Ausbildung Lehrerinnen ausgebildet, die dann an staatlichen Klöppelschulen überall in Sachsen unterrichteten. In diesem Zuge wurden später auch Musterzeichner und Spitzenentwerfer ausgebildet. Während ihrer Ausbildung fertigten die Klöppelschülerinnen oftmals Musterbücher mit Erläuterungen zu den Schlägen und Klöppelbeispielen an.

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Mit der Zeit bekam die Handarbeit des Klöppelns Konkurrenz. So zogen in Sachsen und auch im Erzgebirge die Maschinenspitzen ein. Diese waren 2 bis 3-fach billiger als die Handgefertigte. Zum Gegenschlag wurde jedoch mit der „Schneeberger Spitz“ ausgeholt. Diese wurde eigens entwickelt und konnte nicht auf Maschinen gearbeitet werden. Somit wurden sie eindeutig als Handspitzen identifiziert. Ein weiteres Markenzeichen waren die verwendeten Elemente des Jugendstils.

35.000 bis 40.000 Heimarbeiterinnen waren um 1900 im Erzgebirge und Österreich mit der Herstellung der Spitze beschäftigt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde kaum noch zum Verkauf geklöppelt und es wurde zum Hobby. Welches bis heute weiter existiert.

Jedoch könnte sich die erzgebirgische Spitze in der Zeit der DDR ihren Charakter bewahren. So wurde bzw. werden keine feine ausländische Spitzen gefertigt, sondern Deckchen, Kanten und figürliche Darstellungen mit gröberen Garnen in typisch erzgebirgischer Guipure.